South Dakota - War es das Wert?

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Mit dieser Überschrift: South Dakota.. War es das Wert? Möchte ich ein wenig provozieren und stelle mir jetzt die Frage 2021: 

„Was hat das Jahr mit ehighschool in South Dakota 2014/15 mit meinem Leben gemacht?“

 
 Hat das Austauschjahr eine Spur hinterlassen? Ist es heute schon „normal“ ins Ausland zu gehen? Bringt es mir jetzt oder auch später im Beruf bessere Chancen?
 
 Nun, nach einigen Jahren Rückschau, wirst du dir wahrscheinlich die Antwort ausmalen können: „Ja, na klar, sonst würde der Friedemann hier jetzt nichts darüber schreiben.“

Man könnte sagen: „Man lernt im Leben nie aus und jedes vergangene Jahr lehrt einem was, egal wo man sich auf dieser Erde befindet und (wahrscheinlich fast) egal was man macht. Doch eine Auslandserfahrung ist etwas anderes.

Das Jahr mit ehighschool war so extrem wichtig für mein Leben, dass ich sogar danach angefangen habe für ehigschool auf Messen herumzustehen und wunderbaren Menschen (vielleicht wie dich) davon zu erzählen, weswegen sie unbedingt diese Chance in ihrem Leben JETZT nutzen müssen, denn dieses Jahr und diese Möglichkeit kommt nicht wieder.
 
Jetzt sitze ich in meinem Studierzimmer, bin bereits etwas älter geworden und habe soeben sogar eine ältere Bewertung von mir über ehighschool und meine Erfahrung in den USA mit dieser Organisation gefunden. In einem nächsten Beitrag kannst du eventuell diese „Bewertung“ mal durchlesen aber das muss ich vorher erst mit ehighschool abklären, denn man könnte jetzt mit Augenzwinkern sagen: „Hui, die ist etwas „over the top“ aber wie ich finde trotzdem authentisch (also lies sie dir unbedingt durch, wenn sie als weiterer Beitrag online gestellt wird).


Nun zu der Ausgangsfrage: 
 
 War es das Wert? 
 
Eine Schüleraustausch Programm kostet ja auch einiges (obwohl die Preise von ehighschool zum Glück sehr human sind und der Service genauso gut oder besser scheint als bei einigen anderen fraglich viel teureren Organisationen). Zusätzlich weißt du bestimmt auch schon, dass du deine Klassenstufe mit großer Wahrscheinlichkeit wiederholen musst. 
 
All das und viele weitere Aspekte sind Dinge, die Schüler*innen davon abhalten können ein Auslandsjahr nach der 9. oder 10. Klasse zu machen. 
 
Und mein persönliches Fazit ist: All das sind Kleinigkeiten im Gegenzug, zu dem, was diese Auslandserfahrung als Potential mit sich bringt. Kurz zu meiner Geschichte:

Ca. 2013, wenn ich mich recht entsinne, kam meine große Schwester Tabitha strahlend wieder, aus dem sonnigen Florida der USA. Sie hatte in unserer Familie den ersten Schritt im Thema Auslandsaufenthalt gemacht. Zu dieser Zeit habe ich als typischer Teenager viel Zeit am Computer verbracht, was nicht schlimm war aber mich langfristig auch nicht wirklich so froh gemacht hat, wie ich mir das wünschte. 

Bis dahin hatte ich zwar mal darüber nachgedacht irgendwas im Ausland irgendwann zu machen aber über meine persönliche Entwicklung mal nachzudenken, kam mir nicht in den Sinn. Als dann Tabitha mit ihrem großen Koffer zurück ins Haus kam, strahlte sie mich an. Irgendwas war anders, Sie hatte ihre Art und Weise geändert und wow, ich war begeistert. Sie war schon immer mal mein großes Vorbild, doch jetzt wusste ich, so egal ist das nicht, was man im Leben erlebt. Sie erzählte zum Glück viel und mit jeder weiteren Frage, wurde mir klar, egal was ist, ich möchte nach der 10. Klasse einen Schüleraustausch in den USA machen. Organisation war schon klar, das Preis-Leistungsverhältnis gab es nur bei ehighschool so gut. Meine Entscheidung war fest. Schon kurz danach musste ich mich bewerben, ich war sogar relativ spät dran aber motiviert wie nie zuvor. 
 
 2014 flog ich los, nach Aberdeen, South Dakota. Der erste Monat war hart. Ich bin in eine Gastfamilie gekommen, die mich liebevoll empfing, sich um mich bemühte und dennoch klar war, dass eine vorher unabsehbare Trennung nicht nur das Ehepaar, sondern auch die Familie auseinander riss. Die Familie brauchte Raum um jetzt plötzlich neue Wege zu gehen. Zum Glück hatte ich vor Ort eine tolle Ansprechpartnerin und eine gute Organisation im Rücken. Nach einigen Gesprächen war klar, es ist eine gute Idee für alle Parteien die Gastfamilie zu wechseln. Witzig für mich ist, der erste Monat hat mich persönlich, so sage ich es im Nachhinein, am weitesten nach vorne gebracht. Dort musste ich mutig selbstständig handeln und Entscheidungen treffen, die mich positiv wachsen ließen. Super einfach war diese Zeit am Anfang jedoch nicht und ich denke es ist auch quatsch zu sagen, dass das Auslandsjahr (vor allem in den USA) nur von Glamour und tollen California Palmen geprägt sei. Wer das immer wieder erzählt, erzählt nur einen kleinen Teil von dem was in einem Jahr alles passiert oder es war wirklich Sonne und Palmen, das durfte ich auch mal kurz ausprobieren. Für die lange Geschichte, kannst du mich persönlich mal ausfragen, wenn wir uns eventuell in einem Bewerbungsgespräch oder einem Vorbereitungstreffen sehen. Das wäre klasse. Dieser Artikel soll dir vor allem dienen eine Entscheidung für dich zu treffen, wenn du mit dem Gedanken spielst.
 
 All das was nach dem ersten Monat passierte, prägt mich bis heute und war einfach eine geniale Zeit. Sei es in eisiger Kälte am morgen in die Highschool zu fahren oder im riesigen „(Highschool)-Theater“ das Bühnenbild mitzugestalten und anschließend das tolle Stück aus dem Publikum zu sehen oder das Tennis spielen oder einfach ins Gym zusammen zu gehen und Sport zu treiben oder am Abend nach dem eigenen Sport, Sport zu schauen oder bei thanksgiving ohne Sport mit vollem Bauch auf der Couch zu Lümmeln oder auch kreativ in der Highschool verschiedene Kurse kennenzulernen, Englisch zu träumen, „German food“ für die Familie zu kochen oder mit Freunden unterwegs zu sein, Prom zu erleben, sich mit anderen exchange Students über Kulturen und das Leben austauschen, oder, oder…

Du kannst dir vorstellen. Ein Artikel reicht nicht aus, um so ein Jahr zusammenzufassen. Im Endeffekt geht es auch nicht um mich und auch nicht darum zu erzählen was alles tolles passiert ist, sondern darum, was diese Chance für dich vielleicht im Nachhinein bedeuten kann und wenn ich dir dabei helfen kann dies zu wagen, dann hat sich jedes Wort hier gelohnt. 
 
Eines möchte ich dir gerne zusprechen: mit fast jeder Herausforderung, nicht mit jeder aber mit den meisten Herausforderungen, wächst du, als Persönlichkeit. Mit jeder Erfahrung wirst du (hoffentlich) reifer, dankbarer (auch für deine Familie, die Kultur uvm. bei dir zuhause in Deutschland) aber erst dann, wenn du einmal eine Außenperspektive erleben durftest. Diese Chance zu dieser Altersstufe, mit einem Programm und (sogar 2) Familien als Unterstützung, kommt nicht wieder. Viele kommen zu mir und erzählen mir, das sie diese Erfahrung auch gerne gemacht hätten aber es halt nicht gemacht haben.
Also finde einen Weg mit deiner Familie, dass du das auch erleben kannst. Es hat den stärksten Einfluss auf deine Persönlichkeit und somit auf deine spätere berufliche Laufbahn, deine Entscheidungen, deine Einstellung, deine Englischkenntnisse, deine Offenheit gegenüber Herausforderungen, anderen Kulturen uvm.


Egal wie dein Auslandsjahr aussehen wird, stell dir vor, was du im Nachhinein darüber sagen würdest, wenn du es in 5 Jahren reflektierst. Vielleicht schreibst du dann mutig auch über deine Erfahrungen oder denkst dir innerlich: „wie mein Leben wohl aussehen würde, hätte ich es nicht gemacht“. ...Ich wüsste nicht wie. Tue es dir zu liebe.

Viele Grüße
dein Friedemann Jäger



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